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Luminale 2018

Gestern endete die Luminale in Frankfurt und Offenbach (18.-23. März). Leider findet sie nur noch alle zwei Jahre statt, und entsprechend groß war auch meine Vorfreude. Für Sonntagabend verabredete ich mich mit Gabi am Mühlberg und wir planten, zunächst mal zusammen zum Offenbacher Hauptbahnhof zu fahren. Die Highlights in der Frankfurter Innenstadt wie die Installation in der Katharinenkirche und am Römer waren sicher sowieso hoffnungslos überlaufen, warum also nicht den Luminalestart in Offenbach verbringen? Zumal das Programm auch ziemlich vielversprechend war.
Wir fuhren mit der S-Bahn bis zum Marktplatz und liefen dann ein gutes Stück bis zum Offenbacher Bahnhof. Schwer beladen mit Fotorucksack und Stativ sind wir immer wieder vereisten Flächen ausgewichen, denn der Winter ließ nicht locker, und es war frostig kalt.

Am Bahnhof gab es gleich mehrere Installationen. Bis zur Vernissage "Interaktives Figurenkabinett" vom KreativHaus Offenbach e.V. war noch etwas Zeit, so dass wir uns noch in Ruhe umschauen konnten. Dabei konnten wir hin und wieder einen Blick auf die geheimnisvollen Lichtfiguren erhaschen, die sich auf ihren Auftritt vorbereiteten.

 


Um 19 Uhr endlich war es dann soweit. Geisterhaft bewegten sich ein glänzendes Alien-Wesen, eine beschirmte Maskengestalt in weiß, dazu eine dunkle Gestalt mit leuchtenden Spiralgalaxien um die Hüften sowie ein Wesen mit glühbirnenbestücktem Rock und passender Haube auf dem Kopf durch die Bahnhofshalle. Sie tanzten artspezifisch durch den Raum und bändelten dabei mit den ZuschauerInnen an, von denen sich einige zum Mittanzen verführen ließen. Ich war jedoch sehr mit Fotografieren beschäftigt.
Apropos fotografieren im Dunkeln bei bewegten Objekten. Wie fotografiert man sich bewegende Objekte im Dunkeln? Theoretisch wäre es möglich, die ISOzahl möglichst nach oben zu schrauben und ein sehr lichtstarkes Objektiv zu verwenden. Aber selbst dann wird aufgrund des geringen Umgebungslichts schwierig. Ein Blitz macht im Prinzip auch nur Sinn, wenn er lediglich als leichter Aufhellblitz eingesetzt wird, um die spezielle Lichtstimmung nicht zu zerstören. Schwierig! Ich habe versucht, die Situation kreativ zu lösen und die Kamera einfach mittanzen lassen.

 


Nachdem Gabi dann am Ende noch eine Lichtdusche genommen hat (eine der Installationen), wollten wir mit der Bahn dann doch noch nach Frankfurt fahren. Die Viertelstunde Wartezeit hätten wir überbrückt, wenn dann nicht noch die Durchsage gekommen wäre, dass die Bahn eine weitere Viertelstunde Verspätung hätte.
Das war uns angesichts der eisigen Kälte dann doch zu lang. Wir schleppten unsere Ausrüstung einigermaßen schlitterfrei bis zur Haltestelle Ledermuseum und stiegen dort in die S-Bahn.

 

Eines unserer Ziele war die Lichtinstallation in der Katharinenkirche an der Hauptwache. Als wir dort ankamen, erblickten wir die 50 Meter lange Warteschlange vor dem Eingang und liefen zum Römerberg. Dort war trotz einer Menschenmenge, die sich über den ganzen Römer verteilt hatte, immer noch genügend Platz, um unsere Stative aufzustellen. "Frankfurt fades" nannte sich die Installation von Philipp Geist, der im Vorfeld dazui aufgerufen hatte, ihm Wörter und Begriffe zur Bedeutung des Frankfurter Römers zu schicken. Diese wurden dann im Wechsel mit anderen Bildern auf die Fassaden des Römers und den Platz projiziert, so dass auch die BesucherInnen in das leuchtende Buchstabenmeer eingetaucht waren. Das Ganze noch untermalt mit gutem Sound - sehr eindrucksvoll.

 

 

 


Gut durchgekühlt hat es uns dann für diesen Abend gereicht. Ich war in den Tagen danach ein weiteres Mal mit Kamera unterwegs und hatte diesesmal das Glück, doch in die Katharinenkirche zu kommen. Was ich auch genutzt habe.
Anschließend machte ich noch einen Besuch bei der Alten Oper, auf deren Fassade die Geschichte des Gebäudes zwischen Aufbau, Zerstörung im 2. Weltkrieg und dem Wiederaufbau projiziert wurde. Ich ergatterte einen Platz für mein Stativ mitten im glücklicherweisen wasserlosen und daher glatteisfreien Brunnen auf dem Opernplatz und hatte die Alte Oper noch ganz passabel vor dem Objektiv.


Fazit

Auch wenn es nur ein Bruchteil dessen war, was man hätte bei der Luminale alles sehen können, fand ich den Besuch lohnenswert. Interessant wären sicher auch gerade die vielen kleineren Lichtausstellungen abseits der Highlights. Das erfordert aber auch eine gute Vorarbeit und Planung und die dafür notwenige Zeit. Vielleicht sollte ich mir in zwei Jahren eine Woche Urlaub dafür nehmen und darauf hoffen, dass die Temperaturen einen längeren Aufenthalt im Freien ermöglichen.