Möwen - Heldinnen der Lüfte

Wieso ausgerechnet Möwen?
Möwen haben mich schon immer fasziniert. Ich beobachte gerne ihr geselliges Nebeneinander auf dem Maingeländer oder ihren Gleitflug im Wind, und auch, wie sie sich manchmal kreischend und im Flug akrobatisch ausgefeilt um Bortkrümel streiten. Irgendwie verkörpern insbesondere Möwen Freiheit, Tapferkeit und Lebenslust. Sie sind gesellig, aber jede steht genauso für sich - das finde ich toll. Und sie sind manchmal wirklich witzig ;-)
Viele der schönen Momente bei der Vogelbeobachtung habe ich fotografisch festgehalten für alle, die ebenfalls gerne Möwen betrachten.
Als leidenschaftliche Hobbyfotografin fotografiere ich natürlich nicht ausschließlich Möwen. Hier geht's zur Galerie.


Wissenswertes über Möwen

Grundsätzlich lassen sich Möwen in zwei Kategorien einteilen: in Groß- und in Kleinmöwen. Die Farbe des Gefieders bewegt sich bei adulten Vögeln von weiß über hellgrau bis hin zu schwarz. Jungvögel haben häufig ein braunes oder bräunlich geflecktes Gefieder.

Wichtige Unterscheidungsmerkmale sind außer Größe und Gefiederfarbe die Farbe der Augen bzw. des Augenrings, des Schnabels und der Beine. Diese schwankt von fleischfarben über gelb/orange über knallrot bis hin zu dunkelgrau/schwarz. Weibchen und Männchen unterscheiden sich meistens nur durch die Größe. Eine detaillierte Beschreibung der verschiedenen Möwengattungen finden sie übrigens auf der großartigen Website von Vogelfreund und Naturfotograf Gerhard Brodowski, auf die ich unter Links verweise.

 

Ich beschränke mich möwentechnisch bzw. -kundig auf die in Frankfurt am Main ansässigen Möwen, also vorranging auf Lachmöwen, Mittelmeer-, Herings-, Steppen- und Sturmmöwen und unsere bisher einzigartige Mantelmöwe, die 2008 hierher immigriert ist.

Lachmöwen zählen zu den sogenannten Kleinmöwen. Beine und Schnabel bei ausgewachsenen Vögeln sind knall- bis dunkelrot. Das Brustgefieder ist weiß, während die Flügel silbergrau sind. Augen und Flügelspitzen sind schwarz. Lachmöwen sind im Binnenland überall dort, wo es Gewässer gibt, nicht selten. Im Sommer wechseln sie vom Schlicht- ins Prachtkleid und tragen eine schwarze bzw. kaffeebraune Maske, wodurch sie für Laien sehr einfach von anderen Möwen zu unterscheiden sind. Die Jungvögel sind in den ersten Lebensjahren braun gescheckt.

Großmöwen waren bisher im Landesinneren eine Seltenheit, da sie sich an den Meeresküsten aufhalten.

2007 wurde erstmals in Frankfurt die Großmöwenkolonie entdeckt. Zunächst mit drei bis vier Brutpaaren, doch den Vögeln schien es in der Mainmetropole zu gefallen, und so wurden es von Jahr zu Jahr mehr. 2011 erfassten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Hessischen Gesellschaft für Ornitohologie und Naturschutz (HGON) 36 Brutpaare auf dem mit Kies bestückten Flachdach des ehemaligen Postverladezentrums und beringten die Vögel in einer alljährlichen Aktion. So können Alter und Herkunft der Möwen erfasst und wertvolle Erkenntnisse über Flugrouten und Aufenthalt gewonnen werden.

 

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